IN MEMORIAM CAROL MANN

Carol Mann, eine der großen Frauen des Golf im 20.Jahrhundert verstarb letzten Sonntag. Die Golfwelt gedenkt einer Ausnahme-Erscheinung. Als Spielerin, aber auch als Botschafterin des Sports.
Eine der großen Frauen des Golf starb am 20.Mai. Als World Golf Hall of Fame Mitglied, engagierte Botschafterin des Sports und LPGA Präsidentin wird sie in kollektiver Erinnerung bleiben.

Carol Mann war nicht nur körperlich eine große Frau. Die 38fache LPGA Gewinnerin gewann zwei Majors, die Women’s Western Open 1964 und die U.S. Women’s Open ein Jahr später, und hinterließ ein eindrucksvolles Erbe. Nicht nur als Spielerin, Trainierin, Geschäftsfrau und Fernsehberichterstatterin, sondern auch als LPGA Präsidentin, Autorin und generell als außergewöhnliche Botschafterin des Golfspiels.

„Es ist immer schwierig, ein Familienmitglied zu verlieren“, postete LPGA Kommissionsmitglied Mike Whan in einem der ersten Statements auf Twitter. „Carol Mann war eine eindrucksvolle Person. Sie war besonders in jeder Hinsicht und hinterlässt das Spiel und die LPGA mit Sicherheit besser, als sie sie selbst vorgefunden hat. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie und ihren Freunden.“

Mann kam aus Baltimore und bekam als Kind Ballettunterricht, bevor sie, auch effektiv in körperlicher Hinsicht, den Ballettschuhen entwuchs. „Ich habe es geliebt“, meinte sie in einem Interview mit der Baltimore Sun. „Als ich acht Jahre alt war wuchs ich über den Spiegel im Kinder-Balett-Studio hinaus. Wissen Sie, wie sich das anfühlt, über den Maßstab hinaus zu wachsen? Ich musste eine andere Aufgabe für meinen Körper finden, ich wollte nicht einfach herumstehen.“ Sie probierte einige Sportarten aus, bevor sie im Golfclub landete. Im Country Club of Maryland fand sie in Bill Strausbaugh Junior einen wichtigen Lehrer, bevor ihre Familie nach Chicago zog und der legendäre Trainer Manuel de la Torre sie unter seine Fittiche nahm.

Mit 19, 1960, wurde Mann Professional und ein Jahr später Mitglied der LPGA. Ihr erster Sieg, die Women’s Western Open, die damals als Major galten, ließ nicht lange auf sich warten. Ihr erfolgreichstes Jahr war 1968. Sie gewann zehn Turniere und war, gemeinsam mit Kahty Whitworth, Führende der Tour, darüber hinaus gewann sie die Vare Trophy für den niedrigsten Durchschnitts-Score des Jahres. Ihr letztes Turnier gewann die Spielern mit den Civitan Open 1975, doch zu dieser Zeit hatte sie bereits begonnen, sich weiteren Themen zuzuwenden. 1973 wurde sie LPGA Präsidentin, das Amt, das sie bis 1976 bekleidete.

1977 begann Carol Mann ihre Fernsehkarriere bei NBC, für die sie die PGA Tour, die Senior PGA Tour und viele LPGA Events kommentierte. Gleichzeitig war sie als Geschäftsfrau aktiv und gründete ein Golf Hospitality Business, das große Firmen mit PGA und Seniors Tour Events zusammenbrachte und schrieb ein Buch: „The 19th Hole: Favorite Golf Stories“, führte Golf Clinics durch und arbeitete als Special Consultant und Botschafterin für die World Golf Hall of Fame. Unvergessen bleibt die Sportlerin auch als eine der treibenden Kräfte des „Title IX“- Projektes, einer sportübergreifenden Initiative, die für die Gleichstellung der Frauen im Golf kämpfte. Mann selbst ist in der Texas Golf Hall of Fame, der Maryland Athletic Hall of Fame und in der International Women’s Sports Hall of Fame vertreten. 2008 ehrte die PGA of America die Sportlerin mit dem First Lady of Golf Award, der an Frauen vergeben wird, die einen bedeutsamen Beitrag zur Entwicklung und Bewerbung des Golfspiels geleistet haben.

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