Viva Las Vegas

Die „Gambling-Stadt“ in der Wüste Nevadas ist hierzulande als Golfdestination noch ein Geheimtipp – doch das könnte sich schon bald ändern, weiß Elsa Honecker.

Noch vor wenigen Jahren war die „Stadt der Sünde“, so die übersetzte, geläufige Bezeichnung der Stadt, als „Spielhölle“ verschrien. Doch um nicht nur ausschließlich Spieler anzuziehen, machte Las Vegas eine bemerkenswerte Wandlung durch, und wurde im Zuge dieser nicht nur zu einer Familien-, sondern sogar zu einer der weltbesten Golfdestinationen. In einer unlängst von „Golf Magazine“ veröffentlichte Liste der 100 besten öffentlich zugänglichen Plätze der USA befinden sich fünf der ersten 60 Kurse aus der Region in und um Las Vegas. Neben mehreren der weltgrößten Hotels, zahllosen Casinos, Restaurants, Bars und Nachtclubs beheimatet Las Vegas samt der Umgebung (bis ins 80 Meilen entfernte Mesquite) fast 60 Golfplätze, wobei nur zehn von diesen nicht der Öffentlichkeit offen stehen.

Top-Club Shadow Creek

Der bekannteste Club ist noch immer der 1990 eröffnete Shadow Creek, der nach wie vor von diversen Publikationen unter die 50 besten Kurse der USA, sowie unter die Top 10 der öffentlichen, gereiht wird. Die Eröffnung des Kurses, der von Stardesigner Tom Fazio entworfen wurde, steigerte die Bekanntheit der Stadt als Golfdestination. Grund dafür war nicht nur, dass die Wüste um mehr als 30 Millionen Dollar in eine Art Regenwald verwandelt wurde, sondern auch die Greenfee: US$ 1. 000. Mittlerweile wurde diese auf „moderate“ 500 Dollar halbiert, jedoch dürfen nur die Gäste der MGM Hotels dort spielen. Mittlerweile gibt es zwei weitere Clubs, deren Greenfees jeweils 500 Dollar beträgt: Wynn Las Vegas und Cascata. Wynn gehört zum gleichnamigen Hotel und liegt direkt am weltberühmten „Strip“ (auf dem Grundstück, auf dem sich noch vor wenigen Jahren der Golfclub Desert Inn befand), der Kurs wurde ebenfalls von Tom Fazio gestaltet und ist Steve Wynns Antwort auf shadow Creek,welches ihm (wie die gesamte MGM Gruppe) früher gehört hatte. Eine knappe halbe Autostunde von Las Vegas entfernt, in Boulder City nahe des Hoover Staudammes, liegt Cascata, der nur Gästen der Harrah’s Hotels Zugang gewährt. Rees Jones, Sohn des legendären Robert Trent Jones und Bruder von Robert Trent Jones II., konzipierte auf dem hügeligen Terrain einen „desert style“ Platz, dessen Bau über 60 Millionen Dollar gekostet haben soll. Fast alle Spielbahnen führen entweder bergauf oder bergab, wobei man von keinem Loch ein anderes sehen kann, was Golfern den Eindruck vermittelt, sie seien alleine auf dem Kurs. Ein „Signature Hole“ lässt sich auf dem Parcours nicht erkennen, da fast alle Löcher so beeindruckend sind und daher das Potential hätten, auf einem anderen Kurs als solches bezeichnet zu werden. Doch neben dem atemberaubenden Platz werden Golfern vor allem das makellose Service und das tolle Clubhaus in Erinnerung bleiben. Neben Valet Parking, einem Forecaddy, der jeden Flight begleitet, und optionalen Transport von und zu dem Hotel per Limousine erhalten Gäste auch einen Schrank in der Garderobe, der mit ihrem Namen versehen ist.

Royal Links Golf Club

Ebenfalls südöstlich von Las Vegas, in Henderson, befindet sich das Lake Las Vegas Resort, welches über zwei öffentliche Kurse verfügt, The Falls und Reflection Bay. Das Resort beheimatet des Weiteren zwei Hotels, das Ritz-Carlton und das Hyatt, welches Gästen eine Greenfee-Ermäßigung anbietet. Reflection Bay wurde von Golflegende Jack Nicklaus entworfen, besonders spektakulär sind die Löcher, welche an dem See gelegen sind, wobei Nummer 17 als „Signature Hole“ gilt. Dieses Par 3 hat ein Halbinselgrün und befindet sich am gegenüberliegenden Ufer des Ritz-Carlton, welches im florentinischen Stil erbaut wurde. The Falls ist etwas entfernt vom See gelegen, doch das Design von „Wüstenspezialist“ Tom Weiskopf (er gestaltete bereits zahlreiche Kurse in Arizona) erfreut sich bei Gästen ebenfalls großer Beliebtheit. Rio Secco, der auch zur Harrah’s Gruppe gehört, liegt ebenfalls in Henderson und wurde wie der Schwesterplatz Cascata von Rees Jones konzipiert.

Auf jedem Abschlag gibt es eine Tafel, die eine kurze Geschichte des jeweiligen Kurses erzählt, weiters wurde vor dem Clubhaus der „Claret Jug“ (die Trophäe, die der British Open Sieger erhält) überdimensional nachgebaut, wobei sogar die Siegernamen eingraviert werden.

Dieser Club, wo Tiger Woods noch immer den Platzrekord (63 Schläge) hält, ist besonders aufgrund der Schule von Butch Harmon bekannt. Tiger selbst wurde früher häufig auf der Driving Range gesichtet, als er noch mit Harmon arbeitet (er verließ diesen vor wenigen Jahren und wird nun von Hank Haney gecoacht), noch häute kommen einige namhafte PGA Tour Stars wie Justin Leonard und Darren Clarke zu Harmon auf Besuch. Vor allem die Löcher auf den zweiten Neun, welche über Schluchten gespielt werden, sind landschaftlich beeindruckend, darüber hinaus können Golfer von einigen Spielbahnen im Hintergrund die Skyline von Las Vegas bewundern.Direkt am „Strip“, gegenüber dem Flughafen, befindet sich Bali Hai. Dieser Kurs verfügt über den „Karibik-Look“, welchen er durch über 4. 000 Palmen, mehr als 100. 000 tropische Pflanzen und Blumen sowie Wasserhindernisse und Bunker mit weißem Augusta-Sand erhält. Gleichermaßen herausfordern wie schön anzusehen sind die Par 3s, wobei Nummer 16 ein Inselgrün hat, auf Nummer 9 und 6 ist auch Wasser im Spiel. Eine Runde Wert ist auch Royal Links, der für Las Vegas typisch ist, wodurch er von vielen Europäern als kitschig bezeichnet wird. Auf diesem Kurs wurden 18 Spielbahnen der British Open Kurse (St. Andrew’s, Carnoustie, Turnberry, etc.) nachgebaut. Auf jedem Abschlag gibt es eine Tafel, die eine kurze Geschichte des jeweiligen Kurses erzählt, weiters wurde vor dem Clubhaus der „Claret Jug“ (die Trophäe, die der British Open Sieger erhält) überdimensional nachgebaut, wobei sogar die Siegernamen eingraviert werden.

Unser Tipp: Las Vegas NUR wochentags ansteuern. Da gibt es feine Hotel- und Greene-Preise!

Das Paiute Resort, welches einem Indianerstamm gehört, liegt nördlich der Stadt und beheimatet drei 18-Loch Kurse, welche von Stararchitekten Pete Dye gestaltet wurden. Als bester wird der „Wolf“ gehandelt, welcher der längste Kurs des Bundesstaates Nevada ist. Neben herausfordernden und abwechslungsreichen Spielbahnen ist auch die Aussicht auf die Wüste und die nahe gelegenen Berge fantastisch, die nicht (wie bei anderen Clubs) durch Häuser gestört wird – abgesehen von dem Clubhaus befinden sich weit und breit keine Wohnsiedlungen! In Mesquite, 80 Meilen (etwas mehr als eine Autostunde) von Las Vegas entfernt, in der Nähe von Arizona und Utah, liegt Wolf Creek. Eine Runde auf diesem Platz ist die Autofahrt auf alle Fälle wert, der Kurs wurde nämlich in gebirgiges Terrain, welches von Schluchten durchzogen wird, gebaut. Kein Loch gleicht dem anderen, einige können jedoch als unorthodox und nur schwer spielbar bezeichnet werden. Da es sich um „Target Golf“ handelt, wobei Schluchten und Wasserhindernisse auf fast allen Spielbahnen überschlagen werden müssen, kann dieser Kurs nur besseren Golfern empfohlen werden. Doch die unglaubliche Landschaft alleine ist ein Erlebnis, welches den Verlust des einen oder anderen Balles leichter vergessen macht.

The Wynn Hotel & Golfcourse

Las Vegas hat zahllose Hotels aller Preisklassen, generell gilt, dass die Preise unter der Woche nur die Hälfte bis gar nur ein Drittel der Wochenendraten ausmachen. Hotels gibt es in fast allen Größen und Preisklassen, empfehlenswert sind unter anderem das T. I. (auch bekannt als Treasure Island) am Nordende des „Strip“, und das New York New York, in der Stadtmitte gegenüber vom MGM Grand.

Die 3 besten Clubs & Hotels in Las Vegas

  1. Shadow Creek: Tom Fazio Meisterwerk. Offen für Gäste des Bellagio, Mandalay Bay und des New York, New York. shadowcreek.com
    Greenfee: 500 Dollar
  2. Cascata: Beeindruckender Rees Jones Kurs samt Fluß, der durchs Clubhaus fließt. golfcascata.com
    Greene: ab 250 Dollar
  3. Wynn Las Vegas: Ohne im gleichnamigen Wynn Hotel zu wohnen, gibts keinen Weg aufs Tee, das direkt vor der Hotellobby liegt. Gratisleihschläger und – Schuhe! wynnlasvegas.com
    Greenfee: ab 300 Dollar

Hotelempfehlungen:

  1. Skylofts at MGM Grand: Pick-up am Flughafen mit dem Rolls Royce (wahlweise Maybach), Check-In im privaten Seiteneingang. Preis: rund 1.000 Dollar / Nacht / Zimmer
  2. Cesars Palace: Eigentlich ein Must-Stay in Las Vegas. Wir empfehlen eine der Julius-Suiten – die sind doppelstöckig und geben fein was her. Preis: ab 1.200 Dollar / Nacht / Zimmer
  3. The Bellagio: Keine Frage: 10 verschiedene Restaurants lassen kulinarisch keine Wünsche offen. Und dann noch das Oceans Eleven Feeling. Preis ab 490 Dollar / Nacht / Zimmer

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