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Kommentar: Ryder Cup: 19 : 9, oder die Klatsche von Kohler

Noch nie in der modernen Ära musste ein europäisches Ryder Cup Team mit einer derartigen Packung im Gepäck die Heimreise antreten.

Sport - September 2021 von Klaus Nadizar
Kommentar: Ryder Cup: 19 : 9, oder die Klatsche von Kohler
Photo by Richard Heathcote/Getty Images

Im Nachhinein ist Klugsein einfach, die Anzeichen für eine wenig erfreuliche Woche in Kohler Mountain, Wisconsin, waren aber bemerkbar: der schon länger fix qualifizierte Tyrrell Hatton hat seit Juni 2021 gerade Mal zwei Cuts geschafft und de facto keine Events gespielt; Rory McIlroy war ebenfalls kaum auf Turnieren anzutreffen und hat gerade Mal ein Turnier im September gespielt;

Das Team Europa: Wie immer, wenn man auf dem Papier als klarer Außenseiter abgetan wird, beschwört man in Europa den Teamspirit. Und man kann Captain Harrington in dem Zusammenhang keinen Vorwurf machen: Die Idee mit „Make it count“, die quasi jedem Spieler im Team Europa seine Nummer als Ryder Cup-Spieler zuwies, war großartig. Die Idee mit dem Käse-Hut in der Trainingsrunde ebenfalls.

Aber vielleicht hätte man sich ein wenig mehr mit dem Golfplatz beschäftigen sollen. Oder mit dem Schärfen der wichtigsten Skills, nämlich des Shortgames. Das nämlich, sonst eine Stärke des europäischen Teams, war unter jeder Kritik.

Man mag zwar den Wind ins Spiel bringen, aber der pfiff auch für die Amerikaner. Dabei hatte sich das Team Europa den Wind herbeigewünscht und den links-like Platz als Vorteil erachtet. Eine Fehleinschätzung, eine von vielen!

Am Ende stellt sich heraus: All das positive Miteinander, der Spaß, der heraufbeschwört wurde ist nichts wert, wenn ein Drittel des Teams schwach spielt, der Captain diese trotzdem rausschickt und so zumindest teilweise eine Mitverantwortung trägt.

Dass Österreichs Premiere beim Ryder Cup auch die Hose ging, lag nicht an der Performance von Bernd Wiesberger.

Kommentar: Ryder Cup: 19 : 9, oder die Klatsche von Kohler
Viktor Hovland & Bernd Wiesberger lassen Spieth & Thomas ach gutem Start noch von der Schaufel springen… (Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Der Burgenländer macht zwar null Punkte, das aber hängt a) mit der unglaublichen Putt-Leistung seiner Gegner (Johnson im Vierball, Koepka im Single) und b) dem Umstand zusammen, dass Wiesberger/Hovland just in dem Moment schwächelt, da man die Gegner Thomas/Spieth 3 down hätte schicken können, und von Mitte Fairway das Bogey „frisst“.

Hier die Highlights des Single gegen Koepka

Grundsätzlich gilt folgendes Fazit: Die Amerikaner waren um Klassen besser, haben zudem gefühlt jeden Putt gelocht und mehr als verdient gewonnen.

Eine bittere Note: Trotz des fehlenden Fan-Support für Europa (eine Anreise aus Europa war nicht möglich) konnten es einige Spieler aus dem US-Team nicht lassen, die US-Fans mit Gesten noch mehr aufzuheizen. Das (unsportliche) Resultat: Jubelschreie, wenn Bälle des Teams Europa ihr Ziel nicht fanden…

Europa kann 2023 in Rom unter Beweis stellen, dass der Spirit of the game auch beim tollsten & größten Golfsportevent der Welt nicht verloren gehen muss!

Golf as it should be…

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Marco Simone GC bei Rom – 2023 Schauplatz des Ryder Cups
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